Wochenendtrip München: Erlebnisreise für Entdecker

Eines ist ein Wochenendtrip in die Metropole München ganz sicherlich nicht: langweilig. In der bayrischen Landeshauptstadt können Reisende ihren Wochenendtrip am Morgen in einem lauschigen Biergarten bei kesselfrischen Weißwürsten genießen, am Nachmittag in einem der zahlreichen Museen Kunstwerke von Weltrang bewundern und anschließend zu später Stunde die Nacht zum Tage machen. Für einen erlebnisreichen Wochenendtrip nach München finden Sie hier einige Tipps.

Die Anfahrt – Zahlreiche Möglichkeiten

Der Olympiaturm.
Schon von Weitem sieht man den Olympiaturm hochragen.

Es ist kein Problem, die bayrische Landeshauptstadt mit dem eigenen Wagen zu erreichen. Aus allen Himmelsrichtungen führen Autobahnen nach München. Reisende aus Garmisch-Partenkirchen nutzen die A95, um in die Stadt zu gelangen. Touristen aus Passau wählen die A92. Aus Stuttgart kommend ist die A8 die richtige Wahl und wer aus Würzburg anreist, ist mit der A3 und der A9 richtig beraten. Vor den Toren der Stadt sollte der Wagen allerdings abgestellt werden. Denn in München sind Parkplätze absolute Mangelware. Der MVV, der Münchner Verkehrsverbund, hat an vielen U-Bahnhöfen am Stadtrand sogenannte Park and Ride Plätze eingerichtet. Dort kann das Auto gratis oder sehr kostengünstig abgestellt werden. Und mit der U-Bahn ist das Stadtzentrum immer schnell zu erreichen. 

Noch bequemer als mit dem Auto kann der Wochenendtrip mit der Bahn beginnen. Der Hauptbahnhof liegt zentral in der Stadt und wird von zahlreichen deutschen Städten aus angefahren. Ein wenig schwieriger gestaltet sich die Anreise mit dem Flugzeug. Der Münchner Flughafen befindet sich weit vor den Toren der Stadt. Mit der S-Bahn muss eine gute halbe Stunde Fahrtzeit einkalkuliert werden, bis der Münchner Marienplatz erreicht ist. Und wer in München das Taxi wählt muss tiefer in die Tasche greifen.

Übernachtung – Es geht auch günstig

Ein bequemes Nachtlager ist viel Wert
Ein bequemes Nachtlager ist auch bei einem Wochenendtrip viel wert.

Natürlich gibt es in München jede Menge Luxushotels, die keinen internationalen Vergleich zu scheuen brauchen. Doch auch Reisende mit kleinem Geldbeutel finden in der Stadt problemlos ein Quartier. Spartanern sei der Campingplatz Thalkirchen empfohlen. Er liegt idyllisch im Grünen direkt an der Isar und bietet Zeltplätze für wenig Geld. Nicht weit vom Campingplatz liegt das wunderschöne Freibad Maria Einsiedel mit altem Baumbestand. Und auch der Tierpark Hellabrunn ist bequem zu Fuß zu erreichen. Wer gerne ein Dach über dem Kopf hat, kann die Jugendherberge München Park wählen. Sie liegt in der Nähe des Campingplatzes. Die U-Bahn Thalkirchen ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Und Familien mit Kindern unter 18 Jahren bekommen dort preiswerte und recht komfortable Zimmer. Doch auch Erwachsene ohne Nachwuchs müssen in München nicht allzu viel bezahlen, um anständig zu übernachten. Empfehlenswert ist etwa das Holiday Inn in München Sendling. Es liegt nahe der U-Bahnstation Machtlfingerstraße und bietet oft Doppelzimmer für weniger als 100 Euro pro Nacht. Günstige Hotels lassen sich also finden, es gibt aber eine Ausnahme. Wenn in München die fünfte Jahreszeit, das Oktoberfest, anbricht, ist die Stadt meist völlig ausgebucht. Und dann steigen auch die Hotelpreise in schwindelerregenden Höhen.

Sehenswürdigkeiten – Einige Highlights unter vielen

Unzählige Sehenswürdigkeiten machen die Auswahl schwer, doch einige Ziele sind für den Wochenendtrip nach München ein absolutes Muss. Darunter fallen auch die folgenden:

  • Glockenspiel am Marienplatz
  • Hofbräuhaus
  • Allianz Arena
  • Viktualienmarkt
Der Marienplatz und sein berühmtes Rathaus
Das Glockenspiel am Marienplatz sollte man auf keinen Fall verpassen.

Neulinge in der Stadt können zunächst die Schritte zum Marienplatz lenken. Im städtischen Wohnzimmer steht das neue Rathaus, mit dem weltbekannten Glockenspiel. Täglich um 11:00 Uhr und um 12:00 Uhr ist zu bewundern, wie die Hochzeit von Herzog Wilhelm V. mit Renate von Lothringen im Jahre 1568 begangen wurde. Da sich unzählige Touristen das Schauspiel nicht entgehen lassen wollen, empfiehlt es sich, frühzeitig am Marienplatz zu sein, um einen guten Platz zu ergattern. Wer das Glockenspiel vollständig genießen möchte, sollte Geduld mitbringen. Denn erst, wenn alle Darsteller zum Stillstand gekommen sind, kräht ein Hahn und beendet das Spektakel.

Nach dem Glockenspiel ist es eine gute Idee, sich im wohl berühmtesten Wirtshaus der Welt zu stärken. Der Marienplatz liegt nur wenige Schritte entfernt vom Hofbräuhaus. Dort spielt tagein tagaus die Blasmusik und resolute Bedienungen servieren schmackhafte bayerische Gerichte zu erstaunlich günstigen Preisen. Zum Schmaus darf natürlich eine zünftige Maß Bier nicht fehlen. Doch nicht nur Freunde barocker Lebenslust, auch Liebhaber moderner Architektur kommen bei einem Wochenendtrip in München voll auf ihre Kosten.

Vom Marienplatz aus ist mit der U6 in kurzer Zeit die Allianz Arena erreicht. In dem an ein überdimensionales Schlauchboot erinnerndes Fußballstadion feiert der FC Bayern regelmäßig Erfolge. Besonderes Highlight: Die Fassade kann in unterschiedlichen Farben beleuchtet werden, je nachdem, welche Vereinsfarben die Gastgebermannschaft trägt. Zurück in der Stadt sollte es keinesfalls versäumt werden, einen typischen Münchner Biergarten zu besuchen. Dort findet sich die echte Münchner Seele. Unter mächtigen Kastanienbäumen genießt der Münchner sein Bier und die selbst mitgebrachte Brotzeit. Zeit oder gar Hektik spielt im Biergarten keinerlei Rolle.

Altes Rathaus

Altes Rathaus

Feldherrenhalle

Frauenkirche

Graf von Tilly

Nationaltheater

Theatinerkirche

Volksbad

Besonders lauschig sitzt es sich im Augustiner-Biergarten in der Nähe des Hauptbahnhofs. An schönen Tagen kann es aber nach 18 Uhr schwierig werden, einen Platz zu bekommen. Lohnend ist auch ein Besuch des Biergartens am Viktualienmarkt. Dort kann zunächst die Brotzeit an zahlreichen Ständen zusammengestellt werden, bevor sie anschließend mit einer kühlen Maß Bier genossen wird. 

Geheimtipps – Münchens versteckte Schätze

Das Volksbad ist immer eine Reise wert
Erholung im Volskbad nach einem anstrengenden Wochenendtrip.

Am zweiten Tag des Besuchs hat der eine oder andere vielleicht Lust, beim Wochenendtrip  einige Geheimtipps in München zu entdecken. Neben dem Deutschen Museum und anderen kulturellen Highlights, die sich sogar mit Berlin messen können, bietet die Landeshauptstadt auch humoreske Kultur. Nur wenige Touristen, dafür jede Menge Münchner, verlaufen sich etwa ins Valentinsmuseum am Isartorplatz. Es ist dem berühmten bayerischen Querdenker Karl Valentin gewidmet und bietet einen umfassenden Überblick über sein Schaffen. Freien Eintritt für 90jährige in Begleitung ihrer Eltern verspricht das Schild am Eingang: Dass dieser schon einmal vergeben wurde, ist zwar eher unwahrscheinlich, aber auch für alle anderen Gäste ist der Eintritt  erschwinglich. Nach dem Museumsbesuch lohnt es, im angegliederten gemütlichen Café ein Stück Kuchen zu genießen. 

„Typisch München“ ist das Motto einer unterhaltsamen Ausstellung des Stadtmuseums am Sankt-Jacobs-Platz. Ebenfalls lohnend ist die Ausstellung Puppentheater / Schaustellerei im gleichen Gebäude. 

Reisende mit Badekleidung im Gepäck können ihren Wochenendtrip  mit einem Besuch des Müllerschen Volksbades beschließen. Seit 1901 können dort Badegäste in prächtigen Schwimmhallen reinsten Jugendstil bewundern. Und ein Besuch des römisch-irischen Schwitzbades sorgt dafür, dass die Strapazen der Stadtbesichtigung schnell vergessen sind.

Nachtleben – Die Qual der Wahl

Auch Party darf nicht fehlen.
Auch das Feiern kommt in München nicht zu kurz.

Das Münchner Nachtleben lässt keine Wünsche offen. Man hat die Auswahl zwischen Cocktailbars, exotischen Dorfnachbildungen und vielem mehr. Darunter auch die härteste Tür der Stadt.

P1: Die härteste Tür der Stadt

München leuchtet, das gilt inzwischen auch für das Nachtleben der Stadt. Wurden einst zu früher Stunde die Bürgersteige hochgeklappt, tobt jetzt auch noch mitten in der Nacht das Leben. Erste Adresse für Nachtschwärmer ist nach wie vor das legendäre P1, in dem schon Stars wie Mick Jagger oder Freddy Mercury ihre Eroberungen machten. Schwierig ist es aber, am Türsteher vorbeizukommen, der oft auch Prominente wie einst die Scorpions im Regen stehen lässt. Im P1 finden regelmäßig Events statt, die schon im Vorfeld angekündigt werden.  

Schumanns: Legendäre Cocktails

Wer in München an der Tür des P1 scheitert, kann seinen Kummer ganz in der Nähe bei Charles Schumann ertränken. Münchens legendärer Barkeeper mixt seit eh und je die besten Cocktails der Stadt. Seine Bekanntheit trägt aber auch dazu bei, dass das Lokal zu später Stunde bis auf den letzten Platz ausgebucht ist. Mit Lärm und Gedränge muss gerechnet werden. 

Traders Vic's: Besuch in Polynesien

Ältere Semester, die es gerne ein wenig ruhiger mögen, sind im Hotel Bayerischer Hof an der richtigen Adresse. Dort findet sich im Souterrain die spektakuläre Bar „Trades Vic's“, die ganz im Stil eines polynesischen Dorfes eingerichtet ist. Für den kleinen Hunger empfehlen sich die Spareribs, die zu den besten der Stadt gehören. 

Kultfabrik: Party ohne Ende

Aber auch jungen Leuten wird beim Wochenendtrip in München jede Menge geboten. Alles andere als distinguiert geht es in der Kultfabrik in der Nähe des Ostbahnhofs zu. Dort trifft sich ein sehr junges Publikum aus München und Umgebung, um in einer Vielzahl von Clubs und Diskotheken zu tanzen und zu feiern. Und auch zwischen Maximilianssplatz und Müllerstraße ist jede Menge los. Wenn dann zum Sonnenaufgang die Clubs schließen, lässt sich zumindest in den Sommermonaten der beim Wochenendtrip München verlorene Schlaf am Eisbach des Englischen Gartens nachholen. Und der nach einigen Stunden wieder gut erholte Reisende kann den Besuch Münchens mit einem abschließenden Weißbier im Biergarten am chinesischen Turm, der sich ebenfalls im Englischen Garten befindet, beenden.